Montag, 3. Oktober 2011

Cederberge - ein unvergessliches Abenteuer

Was für ein Start: Hatten wir doch alles so gut geplant - Besuch einer Rooibosfarm, Backpackers für das Wochenende. Und dann klappte nichts...

Die Rooibosfarm haben wir leider nie gesehen weil wir nach ca. 20 km Holperpiste einsehen mussten, dass unser Nissan nicht für dieses Gelände gemacht war. Bei jedem Steinschlag gegen den Unterboden drehte sich uns der Magen um und zu Schluss überwog die Angst, mit der Kiste im Sand stecken zu bleiben. Auch wenn Richards Wegbeschreibung noch so detailverliebt war ( und das war sie wirklich - jedes Feld wurde mit Namen beschrieben und jede kleinste Brücke wurde erwähnt). Zu den Anforderungen an das Auto hatte er nichts gesagt... Leider! So sind wir ziemlich frustriert und bereits durchgerüttelt die Ruckelpiste zurück gefahren.

Aber das sollte es nicht gewesen sein. Das Informationcenter in Algeria sollte laut Internet täglich bis 19:00 Uhr geöffnet haben... Hatte aber natürlich zu! Wieder 40 km Gravel Road umsonst... Und dann fiel es mir zudem auch noch im gleichen Moment wie Schuppen von den Augen: ich hatte das falsche Backpackers Oasis gebucht. Es gibt 2 - ca. 1000 km voneinander entfernt. Und ich hab natürlich das falsche gebucht - NATÜRLICH! Also weitere 60 km Gravel Road. Der weiße Nissan war inzwischen rot und hatte den einen oder anderen Steinschlag eingesteckt! Dit is Afrika!

Bei der ersten Accomodation gab es leider dann auch prompt eine Absage. ABER DANN. Dann ging es steil bergauf. Wir bekamen eine Empfehlung. Und oh Wunder, für das richtige Backpackers Oasis.


















Wir können von Glück reden, dass wir den Weg dorthin über Umwege gefunden haben... Und der Stress hat sich gelohnt. Eine tolle Unterkunft und super nette Herbergseltern. Wir wurden von vorne bis hinten betüdelt und verwöhnt. Noch Abends ging es auf eine Rock Painting Erkundungstour. Die Landschaft und die Weite ist sagenhaft und die Bilder bringen diese Eindrücke leider in keins der Weise rüber. Die Gastfreundschaft war überwältigend. Der Herbergsvater Gerrit hat sich alle Zeit der Welt genommen, uns alles ganz genau aufzuzeichnen und zu erklären. Es tat gut, so entspannte Menschen kennenzulernen. Aber an diesem Fleckchen Erde kann man wohl auch nicht anders?!?
























Am Sonntag ging es dann auf den Wolfberg Crack. Der Begriff "Hiking" wird hier anders gebraucht als bei uns... Ich würde es eher "Climbing" bezeichnen denn befestigte Wege oder einen Wegweiser haben wir vergeblich gesucht. Statt dessen Felsen und Steine, an denen man sich entlang schlängelt und hochkämpft... Und letztendlich seinen Weg findet. In Deutschland hätte es Absperrungen und Zäune gegeben. Hier benutzt man statt dessen seine Hände und Füße um auf die Spitze zu kommen. Und Gerrit, unser Herbergsvater hat uns die Route per Hand auf ein Blatt Papier skizziert. Eine spannende Erfahrung und die Aussicht der Wahnsinn. Wir verspüren Stolz als wir von oben auf die Cederberge schauen können.





































Abends hatten wir dann noch das Glück, dass wir - als Gerrit uns einige Sternbilder am Himmel zeigte - einen Teil des US-Satelliten gesehen haben, der letzte Woche in Teilen auf die Erde herunterfiel. Eine riesige Sternschnuppe dachten wir zuerst... Bis wir aufgeklärt wurden, dass es sich bei dem hellgrün leuchtenden "Etwas" um ein Teil dieses Satelliten handelte. Der Himmel in den Cederbergen ist fantastisch. Man sieht unglaublich viele Sterne da man kein störendes Umgebungslicht hat. So konnten wir den Skorpion und das südliche Kreuz am Sternenhimmel entdecken.

Die Cederberge waren eine großartige Entspannung und der perfekte Ort, um dem Lärm und Stress der Kapstädter Straßen zu entfliehen. Ein MUSS für alle, die nach Südafrika reisen und die Ruhe und Natur lieben!

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